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GEMEINSAME ERKLÄRUNG ZUM 20.JAHRESTAG ROSTOCK-LICHTENHAGEN

Allgemein

Zum 20. Jahrestag der rassistischen Übergriffe auf die zentrale Aufnahmestelle
für AsylbewerberInnen in Rostock-Lichtenhagen erklären die Bundesvorstände der Jusos und der GRÜNEN JUGEND:

"Wir erinnern in diesen Tagen an die Ereignisse in Rostock im August 1992. Die Bilder brennender Häuser, hilfesuchender und allein gelassener Menschen erfüllen uns auch nach zwanzig Jahren mit Trauer und Wut. Unter dem Beifall tausender AnwohnerInnen, weitgehend ungehindert von der Polizei, wütete der Mob über Tage hinweg. Rostock-Lichtenhagen wurde so zum Symbol einer Gesellschaft, die rassistische Gewalt nicht bekämpft, sondern duldet, und die antifaschistische GegendemonstrantInnen härter bestraft als zündelnde Nazis. Das Pogrom in Rostock, die Verhandlungen zum Asylkompromiss in Bonn: Die Ereignisse in Rostock-Lichtenhagen sind von der menschenunwürdigen Asylpolitik seit Anfang der 90er Jahre nicht zu trennen.

Als Jusos und GRÜNE JUGEND warnen wir davor, die Taten zu historisieren und ihre Motive als überwunden zu betrachten: Rassistische Gewalt ist allgegenwärtig! Seit 1990 wurden mindestens 180 Menschen von Nazis ermordet; die Zahl der rassistisch motivierten Körperverletzungen und anderer rassistischen Straftaten lässt sich schwer beziffern. Auch die Mordserie des NSU hatte einen gesellschaftlichen Hintergrund. Rostock-Lichtenhagen hat gezeigt, dass es eine breite gesellschaftliche Unterstützung für menschenverachtende Handlungen gab und gibt.
Wir wehren uns dagegen, dass im Angesicht dieser Abscheulichkeiten der Versuch unternommen wird, AntifaschistInnen und AntirassistInnen als ExtremistInnen zu kriminalisieren. Dies ist nichts als die Verhöhnung der Opfer rechter Gewalt.

Wir rufen deshalb dazu auf, sich an den Kundgebungen und Gedenkdemonstrationen zu beteiligen! Der Einsatz für Demokratie und Menschenrechte und für die Rechte von Flüchtlingen und MigrantInnen ist und bleibt eine alltägliche Aufgabe.“

 

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