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Jusos geben Euro nicht auf

Veranstaltungen

Über 50 Jusos aus dem Kreis Konstanz und dem Bodenseekreis diskutieren in der Konstanzer Jugendherberge mit dem französischen Mouvement des Jeunes Sociaistes über die aktuelle Finanzmarktkrise.

Seit Monaten jagt ein europäischer Krisengipfel den nächsten, das einzige, was nach einem neuen Krisengipfel wirklich sicher ist, ist die Gewissheit, dass es nicht der letzte bleiben wird. Negative Nachrichten über den Euro laufen jeden Tag über die Ticker der Presse-Agenturen. In Griechenland und Italien wurden demokratisch gewählte Regierungen durch den Druck der Finanzmärkte von so genannten „Experten-Regierungen“ abgelöst. Währenddessen spricht die deutsche Bundeskanzlerin von der Notwendigkeit einer „marktkonformen Demokratie“.

Während in Teilen Europas längst überwunden geglaubte Nationalismen und Ressentiments wieder aufleben, wollten es die Jusos ganz genau wissen: müssen wir Griechenland retten, um den Euro zu retten?

Mit verschiedenen Referentinnen und Referenten aus Wissenschaft und Politik näherten sich die Jusos in der Jugendherberge den Ursachen und Lösungsansätzen der Krise.
Kontroverse Vorträge wie beispielsweise von Prof. Dr. Günter Franke, Lehrstuhlinhaber für Internationales Finanzmanagement an der Universität Konstanz und Dr. Sven Jochem, Akademischer Oberrat an der Universität Konstanz, sorgten für abwechslungsreiche Debatten, in denen die Folgen aller derzeit - vor allem für Griechenland - erwogenen Alternativen diskutiert wurden.

„Uns war wichtig, dass wir nicht nur mit Referentinnen und Referenten diskutieren, die uns politisch besonders nahe stehen. Nur wer seine Ansichten mit Dritten diskutiert, kann diese auch wirklich überprüfen“, fasst der Konstanzer Juso-Kreissprecher Jan Welsch die Idee des Seminars zusammen. So plädierte Prof. Dr. Günter Franke für ein geordnetes Insolvenzverfahren, während Dr. Sven Jochem dem entgegen hielt: "Wer ist denn größter Gläubiger Griechenlands? Die EZB, also wir alle."

Ganz andere Sichtweisen auf die aktuelle Finanzmarktkrise brachten auch die 9 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom Mouvement des Jeunes Socialistes Seine et Marne ein. Die Mitglieder der Jugendorganisation der französischen Parti Socialiste aus dem Département der Konstanzer Partnerstadt Fontainebleau waren trotz der heißen Phase des Präsidentschaftswahlkampfes eigens für das vom Deutsch-Französischen Jugendwerk geförderten Seminar nach Konstanz angereist.

Die ebenfalls nach Konstanz gekommene Europa-Abgeordnete der SPD, Evelyne Gebhardt, dankte den Jusos auch für die Ausrichtung des bilingualen Forums: „Als ich in Frankreich zur Schule gegangen bin, wurde mir erklärt, dass die Deutschen unsere Erbfeinde seien. Ich weiß von Freunden, dass sie zur selben Zeit das gleiche in deutschen Schulen gelernt haben. Ist es nicht eine wunderbare Entwicklung in Europa, dass ich als in Frankreich geborene heute das deutsche Volk im Europäischen Parlament repräsentieren kann?“

Peter Friedrich, Minister für Bundesrat und Europa des Landes Baden-Württemberg, hob die Wichtigkeit von Austauschprogrammen für die europäische Einigung hervor. So plant die Landesregierung für den September ein deutsch-französisches Sommercamp zur Erinnerung an die legendäre Rede Charles de Gaulles an die deutsche Jugend in Ludwigsburg am 9. September 1962.

Die wissenschaftliche Mitarbeiterin der neuen Wirtschaftsweisen Claudia Maria Buch, Daniela Harsch, wandte sich in ihrem Vortrag vor allem gegen die Forderung eines Austritts Griechenlands aus der Euro-Zone: „Dann würde die Drachme dramatisch abgewertet werden und der Großteil der griechischen Schulden bleibt in Euro notiert.“

 

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